Die Schweiz erklärt Fälschungen und Piraterie den Krieg

Die Schweiz erklärt Fälschungen und Piraterie den Krieg


Zürich, 3. Juli 2008. Am 1. Juli 2008 sind die neuen Gesetzesbestimmungen zur effizienten Bekämpfung von Fälschungen und Piraterie in Kraft getreten. Aus Anlass des Inkrafttretens der neuen Bestimmungen wurde an diesem Tag vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie, STOP PIRACY und SAFE eine Pressekonferenz organisiert, um die Öffentlichkeit über die schädlichen Folgen der Verletzung von Geistigem Eigentum zu sensibilisieren. An der Veranstaltung konnten die Journalisten die Vernichtung von ungefähr 30'000 gefälschter Uhren und 5'000 gefälschter DVDs.

Konsequenzen der Piraterie von Musik und Film
Seit der Annahme des Urheberrechtsgesetzes haben sich die Techniken der Piraterie musikalischer und kinematographischer Werke signifikant entwickelt. Die modernen Technologien haben es nicht nur erlaubt, analoge Aufzeichnungen durch numerische Aufzeichnungen zu ersetzen, sie haben auch die technischen Kopiermöglichkeiten vereinfacht und sie in Reichweite aller gestellt. Somit ist die Piraterie musikalischer und kinematographischer Werke eine Plage geworden, welche der Unterhaltungsindustrie gewaltige Verluste verursacht. Diese ist aber nicht die einzige Verliererin; dasselbe gilt für die Künstler, die öffentlichen Gemeinschaften, die Verbraucher und sogar die Fälscher selbst.

Die Fälscher
Jene, die die Urheberrechte plündern, riskieren eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe, welche mehr als eine Million Franken betragen kann. Ausserdem werden ihre Instrumente und Ausrüstung, die für die Herstellung falscher Kopien bestimmt sind, beschlagnahmt.

Zur Erinnerung: der Upload von musikalischen und kinematographischen Werken aus dem Internet wird auch als Erzeugung von Fälschungen betrachtet und ist somit gesetzlich gesehen auch strafbar.

Die Produzenten
Die aus der Piraterie folgenden finanziellen Verluste sind für die Unterhaltungsindustrie gewaltig. Die Fälscher profitieren von den Förderungsmassnahmen, die von den Produzenten finanziert wurden, um ein Werk einzuführen und konzentrieren sich hauptsächlich auf die Erfolgswerke.

Es ist unmöglich, diese Verluste zu beziffern. Während erwiesen ist, dass die Leute immer mehr und mehr Musik hören, hat die Musikindustrie in diesen letzten zehn Jahren jedoch 50% von ihrem Umsatz verloren.

Die Künstler
Der Künstler lebt von den Urheberrechten, die er einnimmt. Es ist seine Haupteinkommensquelle. Da es per Definition kein Urheberrecht auf den gefälschten Produkten gibt, werden die Künstler gänzlich beraubt.

Die öffentliche Gemeinschaft
Die Fälschung betrifft indirekt auch die öffentliche Gemeinschaft. Es gibt keine kostenlose Kultur. Um ein gewisses kulturelles Niveau aufrechterhalten zu können, muss die öffentliche Gemeinschaft die von den Fälschern beraubten Künstler durch öffentliche Gelder finanzieren, um ihnen weitere schöpferische Tätigkeiten zu ermöglichen.

Hinzu kommen die Verluste der Mehrwertsteuer und der sozialen Beiträge, die die Fälscher einsparen.

Die Konsumenten
Die neuen Technologien bieten den Konsumenten viele Vorteile, indem sie ihnen das Leben vereinfachen und im Prinzip eine Preissenkung generieren. Um allerdings weiterhin von diesen Vorteilen profitieren zu können, muss der Konsument akzeptieren, den Preis für seinen Konsum zu bezahlen, andernfalls wird es auf die Dauer kein Angebot mehr geben.

Die neu entwickelten Handelsmodelle oder solche, die bereits auf dem Weg dazu sind entwickelt zu werden, erlauben es den Konsumenten, die künstlerischen Werke oft zu einem geringeren Preis zu würdigen und gleichzeitig die Autoren zu honorieren.

Schliesslich muss der Konsument im Auge behalten, dass er beim uploaden der musikalischen oder kinematographischen Werke aus dem Internet, gewissermassen Fälscher und verantwortlich für die strafrechtlichen Sanktionen sein wird, die das URG vorsieht.

Hier Links zur Vernichtungsaktion von Tele Bern

http://www.espace.ch/artikel_540273.html

sowie von der Tagesschau

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2008/07/01

/schweiz/tausende_uhren_und_dvd_im_schredder